Musashi by Eij Yoshikawa

Musashi by Eij Yoshikawa

Author:Eij Yoshikawa [Yoshikawa, Eij]
Language: eng
Format: epub
Published: 2014-04-20T04:00:00+00:00


Der Duft von Aloeholz

Die Lichter in den Fenstern der Geishahäuser brannten hell, doch war es noch viel zu früh, und in den drei Hauptgassen des Viertels sah man kaum Freier.

Im »Ogiya« warf ein Diener zufällig einen Blick zum Eingang. Die Augen, die dort durch ein Loch im Vorhang spähten, unter dem ein Paar schmutziger Strohsandalen und die Spitze eines Holzschwerts zu sehen waren, hatten etwas Sonderbares. Der junge Mann fuhr überrascht in die Höhe, doch ehe er den Mund aufmachen konnte, war Jōtarō eingetreten und erklärte, was er wollte.

»Miyamoto Musashi ist hier im Haus, nicht wahr? Er ist mein Lehrer. Würdet Ihr ihm bitte sagen, Jōtarō sei hier, und ihn bitten herauszukommen?« Die Überraschung im Gesicht des Dieners war bereits einem Stirnrunzeln gewichen. »Wer bist du, du kleiner Bettler?« fuhr er Jōtarō an. »Wir haben keinen Gast dieses Namens hier. Was denkst du dir eigentlich, dein dreckiges Gesicht ausgerechnet um eine Zeit hier reinzustecken, wo die Geschäfte angehen? Raus mit dir!« Mit diesen Worten packte er Jōtarō beim Kragen. Wütend wie ein aufgeblasener Kugelfisch zeterte Jōtarō: »Aufhören! Ich bin hergekommen, um meinen Lehrer zu sprechen.«

»Das ist mir schnuppe, warum du hier bist, du kleine Ratte. Als ob dieser Musashi nicht schon genug Scherereien gemacht hätte! Er ist nicht hier.« »Wenn er nicht hier ist, warum könnt Ihr mir das denn nicht einfach sagen? Nehmt Eure Pfoten weg!«

»Du siehst mir aus wie ein ganz Verschlagener. Woher soll ich wissen, daß du nicht ein Spitzel der Yoshioka-Schule bist?«

»Damit habe ich nichts zu schaffen. Wann ist Musashi fortgegangen? Und wohin?«

»Erst kommandierst du mich rum; dann willst du mich auch noch ausfragen. Du solltest lernen, deine Zunge im Zaum zu halten und höflich zu sein. Woher soll ich wissen, wo er ist?«

»Wenn Ihr es nicht wißt - schön. Aber laßt jetzt meinen Kragen los!« »Gut.« Damit zwickte er Jōtarō ins Ohr, wirbelte ihn herum und stieß ihn in Richtung Ausgang.

Jōtarō duckte sich, zog sein Holzschwert und schlug den Diener auf den Mund, so daß diesem ein Vorderzahn ausbrach.

Der junge Mann hielt eine Hand vor seinen blutigen Mund und schlug mit der anderen Jōtarō nieder.

»Hilfe! Mord!« zeterte Jōtarō.

Wie damals, als er in KoYagyū den Hund zur Strecke gebracht hatte, nahm er auch diesmal alle Kraft zusammen und ließ das Schwert auf den Schädel des Dieners niedersausen. Blut sprang dem jungen Mann aus der Nase, und mit einem kaum hörbaren Seufzer sackte er unter einem Weidenbaum zusammen.

Eine Prostituierte, die sich auf der gegenüber liegenden Straßenseite hinter einem Gitterfenster zur Schau stellte, rief: »Schaut! Könnt ihr es sehen? Der Junge mit dem Holzschwert dort drüben hat gerade einen der Männer vom >Ogiya< erschlagen! Dort läuft er!«

Im Handumdrehen wimmelte es auf der Straße von durcheinanderlaufenden Menschen, und die Luft hallte wider von aufgeschreckten Rufen. »Wohin ist er denn?« »Wie hat er ausgesehen?«

So plötzlich, wie es angefangen hatte, legte sich die Aufregung, und als die Freier und Zecher kamen, war der Zwischenfall bereits kein Gegenstand der Unterhaltung mehr. Raufereien waren an der Tagesordnung im Viertel, und diejenigen, die hier



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